Hahn oder Adler: Was deutsche und französische Manager unterscheidet

Hahn oder Adler: Was deutsche und französische Manager unterscheidet

[fusion_text]So verlockend es klingt – Arbeiten über die Grenzen hinaus kann zu einem Kulturschock führen. Wenn die Erwartungen der Mitarbeiter an einen Manager (oder umgekehrt von einer Führungskraft an seine Mitarbeiter) divergieren, kommt es schnell zu Missverständnissen. Die Folge: Das Arbeitsklima wird zunehmend belastet und es drohen im schlimmsten Fall schlechte Arbeitsergebnisse. Führung ist nämlich tatsächlich eine Frage des Stils – und der ist maßgeblich von kulturellen Einflüssen geprägt. Wie groß diese Unterschiede sein können, zeigt ein Vergleich von deutscher und französischer Managementkultur.

[/fusion_text][fusion_text]

Wie macht den idealen Chef aus?

[/fusion_text][fusion_text]Diese Frage lässt sich für Franzosen und Deutsche nicht in gleicher Weise beantworten, denn kulturspezifische Wertesysteme bestimmen, ob ein Manager als kompetente Führungspersönlichkeit wahrgenommen wird oder nicht. Was aber sehen Deutsche und Franzosen als relevante Führungsqualitäten an? Aufschluss über die sehr unterschiedliche Einschätzung beider Kulturen gibt eine Gegenüberstellung der Werte:[/fusion_text][imageframe lightbox=”no” lightbox_image=”” style_type=”none” hover_type=”none” bordercolor=”” bordersize=”0px” borderradius=”0″ stylecolor=”” align=”none” link=”” linktarget=”_self” animation_type=”0″ animation_direction=”down” animation_speed=”0.1″ animation_offset=”” hide_on_mobile=”no” class=”” id=””] [/imageframe][separator style_type=”none” top_margin=”” bottom_margin=”” sep_color=”” border_size=”” icon=”” icon_circle=”” icon_circle_color=”” width=”” alignment=”” class=”” id=””][fusion_text]

Welche Auswirkungen die unterschiedlichen Wertesysteme beider Kulturen auf das Arbeitsumfeld haben, soll in den folgenden Abschnitten genauer betrachtet werden.[/fusion_text][fusion_text]

Autokratischer versus kompromissorientierter Führungsstil

[/fusion_text][fusion_text]Schon die französischen und deutschen Begriffe lassen erkenne, was als guter Managementstil rechts und links vom Rhein gilt: Das deutsche Wort „Führung“ bezeichnet „die Handlung, den Prozess oder die Tätigkeit, ein bewegliches Objekt oder eine Person/Personengruppe zu steuern, in eine Richtung oder ein Verhalten zu weisen.“ Im Französischen gibt es hierfür kein direktes Pendant. Stattdessen werden Ableitungen aus anderen Begriffen eingesetzt und „Führung“ wird mit „direction“ (Richtung) oder dem englischen „Leadership“ übersetzt.

Tabelle 2: Divergierende Führungserwartungen[/fusion_text][imageframe lightbox=”no” lightbox_image=”” style_type=”none” hover_type=”none” bordercolor=”” bordersize=”0px” borderradius=”0″ stylecolor=”” align=”none” link=”” linktarget=”_self” animation_type=”0″ animation_direction=”down” animation_speed=”0.1″ animation_offset=”” hide_on_mobile=”no” class=”” id=””] [/imageframe][fusion_text]Bildquelle: „Interkulturelle Personalführung Frankreich – Deutschland“ von Christoph I. Barmeyer. Erschienen in PERSONAL (Heft 06/2003)

Noch deutlicher wird das französische Führungsverständnis, wenn man sich die Begriffe „cadre“ (Rahmen, Gerüst aber auch leitender Angestellter) und „responsable“ (der/die Verantwortliche oder Zuständige) genauer ansieht: Ein französischer Manager gibt den Rahmen vor, indem die Mitarbeiter frei agieren können. Da die Führungskraft aber die Verantwortung trägt, erwartet sie, dass die Mitarbeiter diesen festgelegten Handlungsspielraum nicht überschreiten und sie während des Arbeitsprozesses immer wieder konsultieren, um die Ideen des Vorgesetzten in ihre Arbeit einfließen zu lassen. Ein deutscher Manager hingegen gibt die Aufgaben an seine Mitarbeiter weiter und erwartet, dass ihm am Ende ein fertiges Ergebnis präsentiert wird. Eine deutsche Führungskraft geht in der Regel davon aus, dass die Mitarbeiter über die notwendigen Fachkompetenzen verfügen, um die Aufgabe eigenständig zu lösen.

 

Abbildung 1: Kompromissorientierter versus autokratischer Führungsstil – die Führungsaufgabe eines deutschen und eines französischen Managers[/fusion_text][imageframe lightbox=”no” lightbox_image=”” style_type=”none” hover_type=”none” bordercolor=”” bordersize=”0px” borderradius=”0″ stylecolor=”” align=”none” link=”” linktarget=”_self” animation_type=”0″ animation_direction=”down” animation_speed=”0.1″ animation_offset=”” hide_on_mobile=”no” class=”” id=””] [/imageframe][fusion_text]Bildquelle: http://www.connexion-emploi.com/de/a/das-management-deutsche-und-franzosen-im-vergleich

Linear-aktiv oder multi-aktiv? Das Lewis-Modell

Richard D. Lewis, Experte für interkulturelle Kommunikation, hat ein Modell entwickelt anhand dessen sich Länder unterschiedlichen Kulturtypen zuordnen lassen. Deutschland befindet sich an der Spitze des linear-aktiven Pols, während Frankreich deutlich den multi-aktiven Kulturkreisen gehört. Was lässt sich aus dieser Einschätzung für die Managementstile beider Nationen ableiten?

 

Abbildung 2: Das Lewis-Modell[/fusion_text][imageframe lightbox=”no” lightbox_image=”” style_type=”none” hover_type=”none” bordercolor=”” bordersize=”0px” borderradius=”0″ stylecolor=”” align=”none” link=”” linktarget=”_self” animation_type=”0″ animation_direction=”down” animation_speed=”0.1″ animation_offset=”” hide_on_mobile=”no” class=”” id=””] [/imageframe][fusion_text]Bildquelle: „When cultures collide. Leading across cultures“ von Richard D. Lewis. Verlag: Nicholas Brealey International Boston • London (3rd edition, 2006)

Führungskräfte in linear-aktiven Kulturen zeigen meistens eine hohe Aufgabenorientierung („task orientation“), d.h. anstehende Aufgaben sollen möglichst effizient und innerhalb eines vorgegeben Zeitrahmens erledigt werden. Die Aufgaben werden an diejenigen Mitarbeiter vergeben, welche die größte fachliche Kompetenz mitbringen. Faktenbasierte und logische Argumente werden bevorzugt, um möglichst ohne Umwege zum Ziel zu gelangen. Für eine solche Vorgehensweise ist eine sorgfältige Planung notwendig. Die Einhaltung von Regeln und zeitlichen Vorgaben ist hierfür unabdingbar.

Demgegenüber steht die Arbeitsweise von Managern aus multi-aktiven Kulturen: Hier steht das „Networking“ klar im Fokus. Die Führungskräfte gehen davon aus, dass nur mithilfe eines Netzwerks die anstehenden Aufgaben bestmöglich gelöst werden können. Deshalb setzen sie auf Eloquenz und Empathie – sie wollen überzeugen und lassen sich durch Gespräche zu Lösungen inspirieren. Dabei spielt es keine Rolle, in welcher Zeit eine Aufgabe erledigt wird – wichtiger ist, der Manager für das Ergebnis voll und ganz eintreten kann, auch wenn es länger dauert, bis dieses erreicht wird.

Der krönende Abschluss: das Geschäftsessen

Wie verschieden deutsche und französische Manager sind, zeigt sich auch ihrer der Haltung Mitarbeitern gegenüber. Während deutsche Führungskräfte Berufliches und Privates oftmals strikt trennen, spielt bei französischen Vorgesetzten die persönliche Note fast immer eine Rolle. So parlieren französische Führungskräfte mit ihren Untergebenen erst mal über arbeitsferne Themen bevor es „in Medias geht“. Hingegen kommen deutsche Manager ohne Umschweife zur „Sache“ um möglichst wenig Zeit zu verlieren.

Besonders gut lässt sich dieser Unterschied bei einem Geschäftsessen beobachten: In Frankreich geht eine gute Geschäftsbeziehung sprichwörtlich durch den Magen. Denn während des Essens wird sich über Kultur, Sport oder die Familie ausgetauscht, die aktuelle politische Situation diskutiert oder Essen und Getränke kommentiert. Diese Gespräche ermöglichen den Aufbau einer persönlichen Verbindung unter den Beteiligten, die später die geschäftlichen Verhandlungen positiv beeinflussen soll. Deutsche Geschäftspartner hingegen nutzen auch ein gemeinsames Essen im Restaurant um Geschäftliches zu besprechen. Persönliches wird ausgespart – auch, weil dieses zu sehr als Eingriff in die Privatsphäre empfunden wird.

Fazit: Wer erfolgreich in einem internationalen Team arbeiten will, sollte sich von Beginn die kulturspezifischen Unterschiede bewusst machen und einen Schritt auf die andere Kultur zugehen – die Experten des Digital Club Franco-Allemand unterstützen Sie gerne dabei.[/fusion_text]

No Comments

Post A Comment